Brecht-Weigel-Landsitz – Garten- und Baudenkmal in Buckow

Am 06.02.2017 erteilte die brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Frau Dr. Münch, die Genehmigung einen Neubau in den denkmalgeschützten Gartenbereich des Landsitzes von Brecht-Weigel zu errichten.

Die Berliner Zeitung titelte am 27.02.2017: Vom Idyll zum Touristenmagneten. Der Autor Nikolaus Bernau schloss seinen Beitrag mit der Frage: „Welchen Wert hat staatliche Denkmalpflege, wenn der Staat sich selbst bei so herausragenden Ensembles von ihren Auflagen befreit?“

Auch Indoradio hat in der Sendung „Nahaufnahme“ vom 22.06.2017 über den Streit um Brechts früheren Sommersitz berichtet.

Die Antwort ist: Der Staat, in diesem Fall Frau Ministerin Dr. Münch, kann sich nicht von den sogenannten Auflagen befreien, denn diese sind in den europäischen Charten, im Bundesnaturschutzgesetz und vor allem im brandenburgischen Denkmalschutzgesetz festgeschrieben. Keine Ministerin/ Minister darf sich über diese Schutzregelungen stellen, auch nicht über das Denkmalschutzgesetz. In unserer Petition an den brandenburgischen Landtag ist die Forderung, die Rücknahme der Genehmigung, begründet. Die Petition vom 09.03.2017 ist bislang unbeantwortet.

Die Fachbewertung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM) der Denkmalunverträglichkeit eines Baus in den geschützten Garten lässt keinen Ermessensspielraum zu. Um auftretende Begehrlichkeiten, die dem Schutzauftrag des Denkmalerhaltes zuwiderlaufen, zu verhindern, verankerte der Gesetzgeber die Rechtsgebundenheit jeder `Denkmalentscheidung an die Wahrung der Schutzbestimmungen. Diese werden von der Denkmalfachbehörde (BLDAM) ohne Beeinflussung von Dritten, wahrgenommen.

In Anerkennung der Denkmalunverträglichkeit verweigerte Frau Staatsministerin Prof. Grütters die Mitfinanzierung des Neubaus in den denkmalgeschützten Gartenbereich.

Auch wir plädieren für einen Neustart des Verfahrens und der Prüfung eines feinen und kleinen Neubaus in den öffentlichen Bereich vor dem Landsitz. Das museale Konzept sollte sich an der Einzigartigkeit und Authentizität des Brecht-Weigel-Erinnerungsortes orientieren.

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